Szenarios für Stalking
2.April 2011
Stalking nennt man in der Psychologie das willentlich wiederholte Verfolgen oder Belästigen von Personen, die dadurch physisch oder psychisch verletzt werden. Die betroffenen Person wird also von dem Stalker geschädigt, indem das Opfer die Verfolgung wahr nimmt und darauf in der Regel mit Angst, Sorge oder Panik reagiert.
Warum Stalker? Eine Meta-Studie ergab, dass der größere Teil der Täter männlich ist, während dessen zwei Drittel aller Opfer Frauen sind. Die Analyse zeigt außerdem, dass jede vierte Frau in ihrem Leben die Erfahrung gemacht hat, verfolgt oder belästigt zu werden. Vom männliche Geschlecht erlebt diese Erfahrung nur jeder zehnte.
Wie kann nun so ein Stalking-Szenario aussehen. Meist standen die Opfer in einer jahrelangen Beziehung zu den Tätern. Die Hälfte aller Stalker sind die Ex-Partner nach einer Scheidung oder Trennung. Der Liebeskummer nimmt in diesem Fall krankhafte Züge an. Die Zurückweisung, die der Täter erlebt verwandelt die empfunden Emotion in Aggression um. Eine gesunde Persönlichkeit durchlebt eine zeitlang Trauer und akzeptiert dann die Situation. Der Stalker kann mit der Frustration durch die Zurückweisung nicht umgehen. Er will haben, was er nicht haben kann, ohne Rücksicht auf Verluste. Dieses Handeln halten Stalker normal. Sie sehen selbst ihre Hilfsbedürftigkeit nicht und machen so eine Therapie schwierig.
Ein Stalking-Szenario kann verschiedene Formen von Belästigungen bis hin zur Drohung beinhalten. Das fängt bei der Verfolgung an, geht über Telefonanrufe, Telefonterror bis hin zu Droh-SMS und Droh-Mails. Das Opfer wird regelrecht überwacht und ausspioniert. Durchschnittlich wird die Zielperson 26 Monate verfolgt, das kann aber durchaus von einem Monat bis zu 30 Jahre variieren.
Stalking ist strafbar, dafür sorgt das „Antistalking-Gesetzt“, das im Jahr 2006 erlassen wurde. Es tritt in Kraft wenn das Leben einer Person durch einen Stalker stark beeinträchtigt wird. Sei es durch das Aufsuchen der räumlichen Nähe des Opfers oder durch den Kontakt über Telefon, E-Mail oder Dritte. Auch das Verwenden persönlicher Daten, um beispielsweise Waren oder Dienstleistungen zu bestellen, fällt unter das Antistalking-Gesetzt.
Um die Privatsphäre des Opfers zu wahren verbietet das Gesetzt dem Stalker persönlich sowie anderweitig Kontakt mit dem Opfer aufzunehmen. Auch das Verfolgen der Person ist verboten. Der Stalker darf nicht persönliche Daten und Lichtbilder des Opfers weitergeben oder Dienstleistung und Waren durch die Verwendung der persönlichen Daten des Opfers kaufen. Außerdem darf der Stalker nicht dritte Personen dazu bewegen, Kontakt mit dem Opfer aufzunehmen.