Posts Tagged ‘Stalking’

Polizei betreut Stalking-Opfer

14.Februar 2012
© Gina Sanders - Fotolia.com

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Wenn Ronny S. (Name geändert) sein Facebook-Account öffnet, hat er bereits 15 neue Nachrichten in seinem Posteingang. Der Inhalt ist prekär. Details aus seinem Liebesleben, anhand von Statusmeldungen angefertigte Bewegungsprofile, Drohungen und Anschuldigungen. Seine Stalkerin, eine verschmähte Liebhaberin, besser gesagt seine neurotische Ex-Freundin, terrorisiert den 26-Jährigen nun seit mehr als einem Jahr. 

Ronny erinnert sich noch genau, wie das Ganze angefangen hat. In der gemeinsamen Wohung hatte er es schon lange nicht mehr ausgehalten. Der paranoide Wesenszug seiner ehemaligen Flamme war ihm nicht gleich aufgefallen. Als er eines Tages nach Hause kam, fand er eine, in akribischter Arbeit zusammengepuzzelte Seite aus seinem Tagebuch, dass er am Tag zuvor in den Müll geschmissen hatte. 

Mittlerweile nimmt die Verfolgung durch die Stalkerin geradezu groteske Züge an. “Sie scheint nie zu schlafen”, meint Ronny, “Wie ein Tier auf der Lauer, hockt diese kranke Frau hinter den Geranien meines Nachbarn und starrt stundenlang in mein opulentes Wohnzimmer”

Derartige Vorfälle häufen sich in den letzen Jahren. Gerade durch soziale Netzwerke wie Facebook hat das virtuelle Stalking neue Dimensionen angenommen. Die deutsche Justiz reagierte auf das obsessive Verhalten geschmähter Bürger und Bürgerinnen im Jahre 2007 mit dem sogenannten “Nachstellungs-Paragraphen” (§ 238 StGB). 

Wer dem Stalker durch vehementes, entschlossenes Auftreten nicht Einhalt gebieten kann, dem kann nur geraten werden, Hilfe bei der örtlichen Polizeistation einzuholen. Denn Nachstellen ist keinesfalls ein Kavalliersdelikt. Für viele Opfer ist ein geregelter Tagesablauf erschwert, bis gar nicht möglich. Der Stalker lauert in jeder Alltagssituation und wird nicht selten sogar handgreiflich. 

Erfüllt der Täter den Tatbestand des Nachstellens, so kann ihm eine Haftstrafe bis zu drei Jahren drohen. 

Promis in der Stalker-Falle

14.Februar 2012
© unpict - Fotolia.com

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Natürlich hat es nicht nur Vorteile, reich, schön und berühmt zu sein. Viele Promis leiden unter besessenen Fans, die sie verfolgen, bedrohen und sogar in das eigene Heim eindringen – trotz Zäunen und Bodyguards. Opfer eines Stalkers wurde auch die Pop-Diva Madonna. Der Mann, der sie verfolgt und bedroht hat, wurde 1996 sogar zu zehn Jahren Haft deswegen verurteilt. Er hatte der Sängerin Gewalt angedroht, wollte sie zwingen, ihn zu heiraten. Nach dem Ende seiner Haftzeit wurde er in eine psychiatrische Klinik überwiesen. Vor Kurzem flüchtete er jedoch aus der Klinik in Norwalk im Südosten von Los Angeles. Die zuständige Polizei bestätigte dies und warnte, dass der Mann “hochgradig psychotisch” sei, wenn er seine Medikamente nicht nimmt. Nach einer Woche haben sie ihn schließlich gefasst und festgenommen. 

Madonna muss einen ziemlichen Schock haben, schließlich hat ihr der Stalker damals schon gedroht, dass er ihr “die Gurgel durchschneiden” wird. Sie hat sich damals hinter ihren Bodyguards versteckt, aber der Mann ist in ihre Villa eingedrungen. Ein Wachmann der Popdiva konnte ihn aufhalten, der Stalker wurde durch zwei Schüsse verletzt. Über seine Flucht hat sie sich noch nicht geäußert. Anders als Halle Berry: Auch sie wurde von dem gleichen Mann damals bedroht. Jetzt reagiert sie offenbar auf dessen Flucht und will mit ihrem Verlobten und ihrer Tochter nach Frankreich auswandern. 

Allerdings laufen nicht nur Hollywood-Divas Gefahr, Stalking-Opfer zu werden. Auch die deutsche Biathlon-Weltmeisterin Magdalena Neuner hatte schon derartige Probleme. Der Stalker, der sie mehrfach belästigt hat, wurde in eine geschlossene psychiatrische Klinik eingewiesen. Der 44-Jährige war 2010 sogar auf Neuners Balkon geklettert und hatte an ihr Fenster geklopft. Die Sportlerin erlitt einen Schock und verständigte die Polizei.

Statistik – Stalking in Großstädten

11.Januar 2012

© detailblick - Fotolia.com

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Vor kurzem veröffentliche eine Studie die Ergebnisse darüber, wie groß die Wahrscheinlichkeit ist in einer deutschen Großstadt gestalkt zu werden. Dabei wurde das Ergebnis so ermittelt, dass man sich die Anzeigen pro 100 000 Anwohner wegen Nachstellung und Stalking anschaute. Dabei gab es überraschende und vor allem auch deutliche Ergebnisse. So liegt Köln in dieser Studie mit gehörigem Abstand vorn und ist somit die Großstadt in Deutschland in der man am meisten damit rechnen muss gestalkt zu werden. Absolutes Schlusslicht ist dabei Nürnberg. Dabei sind die Unterschiede der Zahlen schon gravieren. So wurde in Köln nach den oben genannten Angaben ein Wert von über 142 ermittelt, während in Nürnberg lediglich 16 Anzeigen auf 100 000 Einwohner wegen solcher Fälle eingingen. Die Hauptstadt Berlin liegt dabei auf dem 6ten Platz und weist einen Wert von 66,2 auf, was nicht einmal die Hälfte des Spitzenreiters Köln ist. So sind Köln und der Zweite Leverkusen die einzigen beiden Städte die einen Wert über 100 erlangen. Auf den beiden Plätzen dahinter folgen zwei ostdeutsche Städte, wobei diese mit Rostock 99 und Magdeburg 73 deutlich geringere Zahlen aufweisen und so zeigen, dass vor allem im Ruhrpott eine hohe Quote zu sein scheint.

Verhaltenspsychologen erklären das Ergebnis als wenig überraschend. So tritt Stalking vor allem in den Gebieten auf in den zum einen eine große Anonymität herrscht und zum anderen eine große Scheidungsrate. So ist Nürnberg eben eine große Stadt mit Kleinstadtflair die vermittelt, dass jeder jeden kennt und somit die Verbrecherrate allgemein sehr niedrig ist. Die Scheidungsrate ist Köln dabei allgemein sehr hoch und gerade Liebeskummer ist häufig ein Grund für Stalking da man entweder sehr anhänglich wird oder sich aber rächen möchte.

Stalkingattacken mit fatalen Folgen

6.Dezember 2011

Länger als zwei Wochen kämpften Ärzte auf der Intensivstation in Leipzig um das Leben einer 25-jährigen Arabistik-Studentin.  Doch trotz aller Bemühungen erlag die junge Frau nach langer Zeit im Koma ihren schweren Verletzungen.
 
Am 8. November wurde Franziska S. blutüberströmt in einem Studentenwohnheim vorgefunden, wo sie offenbar einem Stalker zum Opfer gefallen war. Einige Tage später wurde ein nur wenige Jahre älterer Chemie-Student mit dem vorläufigen Verdacht auf versuchten Totschlag festgenommen und kam in Untersuchungshaft.
Schon vor zwei Jahren soll der Berliner sich in die junge Studentin verliebt haben und drängt sich ihr nach Abweisung, mit Mails, SMS und Geschenken auf. Franziska S. zeigte den Stalker sogar mehrmals bei der Polizei an. Am 9. November dann soll er seinem Opfer dann im Studentenwohnheim aufgelauert sein und ihr mit einem Hammer den Schädel eingeschlagen haben. Zeugen wollen den 27-jährigen zur mutmaßlichen Tatzeit vom Wohnheim flüchten sehen und die Polizei ermittelt derzeit nun wegen Mord.

Im Frühjahr wurde einer 17-jährigen in Berlin von ihrem Ex-Freund der Bauch aufgeschlitzt, weil diese sich endgültig von ihm trennen wollte. Mit der Drohung, dass sie beim nächsten Mal tot wäre, stach er ihr das Messer in den Bauch und hinterließ eine Wunde, an der Basra A. fast verblutete. Dennoch klagte man den 19-jährigen Täter lediglich wegen gefährlicher Körperverletzung an und verurteilte ihn zu zwei Jahren und vier Monaten Haft.

Deutschlandweit kommt es zu zahlreichen Vorfällen, bei denen vor allem Frauen Stalking-Opfer werden. Doch Untersuchungen zeigten, dass, wie auch bei den beiden jungen Frauen, am häufigsten Personen betroffen sind, die eine Beziehung mit dem Täter beendet oder einen Beziehungswunsch seinerseits abgewiesen haben. Mehr als 90 % der Opfer sind weiblich und nicht vorzugsweise Prominente, vor allem auch Berufsgruppen mit Kundenverkehr, Patienten oder Klienten können schnell zu Betroffenen werden.

Fall vor Gericht: 7 Jahre vom Ex gestalkt

6.Dezember 2011
© Klaus Eppele - Fotolia.com

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Sieben Jahre lang verfolgte und beobachtete der Diplom-Ingenieur Franz A. seine Ex-Freundin Maria K. Der 53-Jährige ist der Frau mehrmals hinterher gezogen, als sie ihre Wohnung in München gewechselt hat, beobachtete sie mit dem Fernglas, führte ein detailliertes Tagebuch über ihre Aktivitäten und verfolgte sie im Auto auf dem Weg zur Arbeit. Manchmal warf er ihr im Vorbeifahren einen Strauß Rosen vor die Füße. Das Opfer erzählt: “Ich hatte solche Angst, dass ich die Wohnung kaum noch verlassen habe. Ich war teilweise arbeitsunfähig”.
Selbst ein richterliches Kontaktverbot konnte ihn nicht davon abhalten, Maria K. nachzustellen: 2006 erhielt er die Anordnung, sich ihr nicht mehr zu nähern, 2010 wurde er zu einer Geldstrafe verurteilt, doch erst im April 2011 wurde er vorläufig festgenommen. Auf seinem Laptop fand die Polizei eine Datei mit dem Namen “Maria – Sporadische Beobachtungen”, die fast 100 doppelt bedruckte Seiten mit Informationen über das Opfer enthält (“7.05 Uhr: Das Licht geht bei Maria an.”). Franz A. träumte von einer gemeinsamen Zukunft mit Kind. Seine Wohnung war familiengerecht, im Schlafzimmer stand das Ehebett und das Kinderzimmer war vollständig eingerichtet. 

Nach seiner Festnahme hat sich Franz A. in stationäre Therapie begeben und sein Unrecht erkannt: “Es tut mir leid. Erst durch die Therapie habe ich eingesehen, dass ich etwas Schlimmes getan habe”. Das Richterurteil: Ein Jahr Haft mit Bewährung. A. muss sich eine Wohnung suchen, die mindestens zwei Kilometer von der des Opfers entfernt liegt, weiter in Therapie gehen und darf sich Maria K. nicht mehr als auf 100 Meter nähern. 

Das Verhalten von A. entspricht dem typischen Muster eines Stalkers. Er sammelt Informationen, um es stellen zu können. Meistens handelt es sich um Fälle von gescheiterten Beziehungen bzw. zurückgewiesenen Avancen, manchmal trifft es aber auch Arbeitskollegen oder Nachbarn. 

Wer wird Opfer

24.November 2011

 

© Knut Wiarda - Fotolia.com

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Jeder hat schon mal von diesem beängstigendem Phänomen gehört: dem Stalking. Menschen werden von anderen Menschen, beobachtet, bedrängt und schlimmstenfalls sogar bedroht. Oft können die Opfer der sogenannten “Stalker” nichts dafür, dass sie zum Ziel seiner soziopathischen Verhaltensweisen geworden sind. Auch wenn in erster Linie Personen betroffen sind, die sich von ihrem Lebenspartner, dem Mann oder der Frau, dem Freund oder der Freundin getrennt haben, oder aber auch nur die Avancen von Verehrern zurückgewiesen haben, rechtfertigt das nicht das eindeutig grenzüberschreitende Verhalten der Verlassenen oder Abgewiesenen. Doch nicht nur offensichtlich gescheiterte Liebesbeziehungen ziehen eventuelle Stalking-Probleme nach sich, auch Arbeitskollegen, flüchtige Bekannte, der One-Night-Stand oder gänzlich Fremde können zum Stalker werden. Nach einer Studie aus den USA wurden acht Prozent der amerikanischen Frauen und zwei Prozent der Männer schon mal bestalkt. 
Im weiteren Sinn können Stalker aber auch Menschen sein, die sich mit der Distanzierung einer Person oder einer Gruppe nicht abfinden wollen und denken, noch eine “offene Rechnung” begleichen zu müssen oder einfach nur – aus verschiedensten Gründen – Druck ausüben wollen. Ziel dieser gestörten Verhaltensweisen ist es meist, die Opfer zur Rückkehr und zur Annäherung zu zwingen. Keineswegs sollte man mit einem Menschen, der sich so verhält, Mitleid haben, denn gute Intentionen finden sich bei einem solchen Verhalten kaum. Ein anderes Ziel kann es nämlich genauso gut sein, sein Opfer runter zu ziehen bzw. negative Gefühle, Gedanken oder Verhaltensweisen hervor zu rufen oder ebenfalls abzugrenzen. 
Wer Opfer solcher Aufdringlichkeiten und weit gefasst wohl Psycho-Spielchen wird, sollte dies keinesfalls auf die leichte Schulter nehmen oder gar Mitgefühl mit dem Täter haben. Am besten sucht man professionelle Hilfe.
 

Stalker von Halle Berry hinter Gittern!

20.Oktober 2011

 

© detailblick - Fotolia.com

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Der mutmassliche Stalker von Halle Berry, der im Juli gefasste wurde, muss noch einige Wochen in Untersuchungshaft bleiben. Er hat sich merhmals unerlaubt Zutritt zum Anwesen der Hollywood-Schauspielerin verschafft und muss sich nun deswegen vor Gericht verantworten. Laut Medienberichte reichen die Beweise, die gegen ihn vorliegen, für eine Anklage aus.

Es war bereits das dritte Mal, dass sich Richard Anthony Franco unerlaubt auf Berrys Grundstück aufhielt. Auch zuvor wurde er zwei Mal durch das private Sicherheitsteam der 45-jährigen Schauspielerin erwischt und rausgeworfen.

Bereits in der Vergangenheit wurde die Schauspielerin durch den selben Stalker belästigt und erwirkte deswegen eine 
eine einstweilige Verfügung. Die frühere richterliche Entscheidung verbietet Franco, sich Halle Berry oder ihrer Familie auf weniger als 500 Meter zu nähern. Diese Verfügung hat ihn vor erneuten Einbrüchen jedoch nicht abgehalten.

Die Schauspielerin wurde nach dem neuesten Vorfall verhört und gab zu Protokoll, dass sie sich vor allem um die Sicherheit ihrer 3-jährigen Tochter große Sorgen macht. Das ist auch der Grund, warum sie bewaffnete Sicherheitskräfte engagiert, die rund um die Uhr ihr Grundstück bewachen.

Der mutmaßliche Stalker plädiert auf “nicht schuldig”. Ob ihm das was nützen wird, ist unklar. Denn Stalking wird in den USA hart bestrafft. 

Der Liebeswahn

14.September 2011
Im Wahn, Quelle: or(a)rido./Flickr.com

Im Wahn, Quelle: or(a)rido./Flickr.com

In den Medien tauchte vor einigen Jahren ein Begriff auf, den man so vorher noch nicht kannte: Stalking. Bisher hatte man diese Form des Verbrechens nur als Belästigung gekannt. Dabei ist Stalking weitaus mehr. Es setzt eine psychische Störung beim Täter voraus. Mit Stalking beschreibt man allgemein das Verhalten von Menschen, die einen anderen Menschen in vielerlei Hinsicht belästigen. Dies kann durch Anrufe, persönliche Besuche, Briefe oder SMS erfolgen. Dabei ist das Muster der Interventionen von Fall zu Fall unterschiedlich. Es gibt für Stalking nicht die eine Ursache. Vielfältige Gründe können dieses abnorme Verhalten auslösen. Am häufigsten ist jedoch die Form des Stalkings, bei der jemand aus „Liebe“. Gründe dafür können eine nicht erwiderte Emotion sein oder der Wunsch, eine zerbrochene Partnerschaft oder Ehe wieder zu kitten. Aber auch Groll oder Ärger gegenüber einem Menschen kann das Stalking auslösen. In manchen Fällen stalken Menschen, weil sie darin ihren Lebenssinn sehen. Dies ist jedoch die seltenste und psychisch am meisten gestörteste Form. Erstaunlich ist, dass die Täter zu 80 Prozent männlich sind. In den häufigsten Fällen handelt es sich dabei um Ex-Partner. Stalking ist von Dauer. Oftmals wird der Begriff Stalking schon bei einer belästigenden Aktion verwendet, dies ist jedoch völlig falsch. Wer stalkt, tut dies regelmäßig, meist mehrmals am Tag. Die Belästigungen können sich über Monate oder Jahre hinziehen. Wer von einem Stalker bedrängt wird, der sollte nach einer gewissen Zeit die Polizei einschalten. Jegliches Beweismaterial sollte gesichert werden, um etwas gegen den Stalker „in der Hand zu haben“. Sollte dieser gewalttätige Drohungen aussprechen, so muss man sofort handeln. Denn es ist stets zu bedenken, dass Stalker sich die Welt „auf ihre Weise“ erklären, also unzurechnungsfähig sind.

Stalker und ihr labiles Selbstwertgefühl

7.September 2011
Stalker, Foto von Zadi Diaz/flickr.com

Stalker, Foto von Zadi Diaz/flickr.com

Wer Opfer eines Stalkers ist, erfährt den Druck psychischen Dauerstresses und oft traumatische Spuren, die das Nachstellen und Belästigen hinterlassen.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr fast 30 000 Fälle von Stalking zur Anzeige gebracht, wobei die Dunkelziffer noch deutlich höher liegt. Ingrid Pfeifer ist nur eine von vielen, die einem solchen Fall zum Opfer wird, als sie über eine Partnerbörse im Internet einen scheinbar vielversprechenden Kandidaten kennenlernt. Nach anfänglichen Eifersuchtsszenen und SMS-Terror, will die Angestellte die Beziehung beenden. Das macht den 42-jährigen rasend vor Wut, woraufhin er sie mit Beleidigungen, Briefen und Anrufen bombadiert und ihr zuletzt bei einem Tierarzttermin auflauerte, über den er sich informierte, indem er sich als ihr Ehemann ausgab. Aus Angst heuchelt Ingrid Pfeifer ihm zunächst Liebe vor und muss sich bei einem weiteren Versuch, den Kontakt abzubrechen an die Polizei wenden, als der Bekannte ihr erneut drohte, sie in ihrer Wohnung aufzusuchen. Nachdem sie panisch aus ihrer Wohnung geflüchtet war, erfuhr sie wenig später, dass der “vielversprechende” Internetkontakt in Uhaft sitzt.

Fast 90 Prozent der Täter sind Männer, die ihren Opfern auflauern. Viele von ihnen wurden zuvor bereits einmal verlassen oder enttäuscht und verbuchen ihren Terror als Liebesbeweise. Es geht um Macht und Kontrolle über das Opfer aufgrund von Verlustängsten. Fast 20 Prozent der Täter wenden auch Gewalt an. Stalker haben kein eindeutiges Persönlichkeitsbild, weshalb sie anfangs als verständnisvoll und fürsorglich eingestuft werden können. Solche Menschen besitzen meist kein Selbstwertgefühl und wiederholen ihre Taten, stehen sich sogar teilweise ihre Anhänglichkeit ein. Auch Ingrid Pfeifer war gerührt von der Ehrlichkeit ihres Bekannten, als sie ihn auf seine Eifersuchtsszenen mit Unterstellungen und Beleidigungen anspricht.

Zurückweisung ist für diese Täter inakzeptabel. Sie sehen sich selbst in der Rolle des Opfers als Gedemütigten, was ihnen ihr verzerrtes Realitätsbild suggeriert.

Opfer von Stalking sollten in jedem Fall ihr Umfeld informieren und sich an die Polizei wenden.

Fall vor Gericht: 51-jährigem droht Psychatrie

5.September 2011
Justizia: Das Recht hat entschieden, Quelle: hofmannmicha/Flickr.com

Justizia: Das Recht hat entschieden, Quelle: hofmannmicha/Flickr.com

Vor vor einigen Jahren war Stalking noch ein Randthema in den Medien und auch in den Gerichtssälen, doch mittlerweile hat man das Problem erkannt, das bei weitem keine Seltenheit ist.

Nun musste sich wieder einmal ein Stalker vor dem Amtsgericht Bitburg verantworten. Der 51 Jährige hatte eine 36 jährige Kassiererin verfolgt und gestalkt. Der Fall wurde jedoch an das Landgericht weitergeleitet, das nun prüfen soll, ob der Mann überhaupt zurechnungsfähig ist und ob er in eine Klinik eher unterzubringen ist, als in ein Gefängnis.

Der 51 jährige Landwirt hatte sich auf den ersten Blick in die Kassiererin verliebt und ging selbstverständlich von einer Gegenseitigkeit aus. Da sie ihn angelächelt hatte, hegte er keine Zweifel an ihren Gefühlen ihm gegenüber. Doch die Kassiererin schaute nur freundlich zu ihm rüber, weil er ihr nächster Kunde gewesen ist und das von ihr als Angestellte verlangt wird. Der Mann stellte ihr nach und legte Blumen vor ihre Wohnung. Als der Filialleiter von dies mitbekam, erteilte er dem 51 Jährigen Hausverbot in dem Supermarkt an der Südeifel. Doch der Stalker hörte mit seinen Briefen und Zuwendungen der 36 Jährigen gegenüber nicht auf. Er schrieb ihr Sätze wie ‘Du hast das Zeug, meine First Lady zu sein’ oder ‘Du bist mein Ein und Alles.

Das Opfer der ungebetenen Zuwendungen versuchte es zuerst mit einem klärenden Gespräch, als dies nicht wirkte, forderte sie von dem Stalker, er solle sie in Ruhe lassen. Doch als das auch seine Wirkung verfehlte, veranlasste sie beim Gericht einen Kontaktverbot. Auch daran hielt sich der 51 jährige Stalker nicht. Der Kassiererin ging es zunehmend schlecht, so dass sie schlussendlich Antidepressiva nehmen musste, um ihre Angstzustände im Rahmen zu halten. Freunde und Familie rät ihr zum Umzug. Nach kurzer Zeit findet sie der Stalker wieder und nimmt erneut den Kontakt zu ihr auf, noch immer im Glauben, die Frau würde seine Gefühle erwidern.

Der Fall landet endgültig vor Gericht. Von der psychiatrischen Gutachterin erhält der 51 jährige Landwirt eine Bescheinigung zur psychiatrischen Störung. Er ist ein Wiederholungstäter, der die Realität nicht erkennt. Das Amtsgericht sieht die Dringlichkeit ein und schickt nun den Fall an das Landgericht weiter.