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Junge Frau von Internet-Stalker getötet

1.November 2011

Cyberstalking © MacX - Fotolia.com

Cyberstalking © MacX - Fotolia.com

Es scheint, als wäre der grausame Mord an Stefanie S. aus Vohenstrauß das plötzliche Ende einer Internet-Romanze. 

Die Junge Mutter Stefanie S., die am vergangenen Freitag durch einen Starker erstochen wurde, kannte ihren Mörder aus dem Internet. Sie hatte Alexander aus Bad Hersfeld in Hessen im Sommer beim Onlinespiel “World of Warcraft” kennengelernt. Seitdem chatteten die beiden miteinander. Für den Täter war diese Internet-Bekanntschaft auch der erste ernsthafte Kontakt zu einer Frau. So kam es, dass er sich allmählich in sie vernarrte. Er wollte in ihrer Nähe sein und zog deswegen sogar aus Bad Hersfeld nach Vohenstrauß, wo sie lebte. Dort wohnte er in einem Hotel und suchte sich einen Aushilfsjob.

Dass Stefanie S. keine Beziehung mit ihm wollte, konnte er aber nicht begreifen. In den letzten zwei Wochen vor dem Mord lungerte er täglich vor ihrem Haus herum, rief sie wiederholt auf Handy an, belästigte sie regelrecht. Eine Woche vor dem Mord verlor er seinen Job. Ungefähr zu dieser Zeit hat ihn Stefanie wegen Belästigung angezeigt. Daraufhin wurde er durch die Polizei ermahnt, sich von Stefanie und ihrer zweijährigen Tochter fernzuhalten. Da ist er durchgedreht und zu ihrer Wohnung gegangen. Als sie die Tür öffnete, hat er sie angegriffen. Er stach sofort auf sie ein und traf dabei die Herzschlagader. Die Junge Frau schaffte es gerade noch, blutend und um Hilfe rufend in den ersten Stock zu rennen. Vor der Wohnung ihrer Vermieterin brach sie dann tot zusammen. Der Täter Alexander ließ sie leblos und blutüberströmt im Treppenhaus liegen. Anstatt Hilfe zu holen floh er. Drei Stunden später stellte er sich jedoch der Polizei.

Nachbar von Stefanie S. erinnern sich, dass der Täter eigentlich einen harmlosen Eindruck gemacht hat. Dennoch versteckte sich hinter der unschuldigen Fassade ein Mörder.

Immer mehr Menschen werden zu Opfer von Starker, die sie aus dem Internet kennen. Daher ist es wichtig, sehr genau darauf zu achten, welche Daten man im Internet von sich preisgibt.

Wenn das Chatten zum Albtraum wird

20.Juli 2011

Chatten mit der ganzen Familie, Foto: metaversa_flickr

Viele Menschen betrachten das Internet immer noch als rechtsfreien Raum in dem alles erlaubt ist, was in der Realität unter Strafe steht. Die Hemmschwelle ist gering, die Gewalt findet ja nur im virtuellen Raum statt und in den seltensten Fällen müssen die Übeltäter vor Gericht Rechenschaft über ihr Verhalten ablegen. Umso erfreulicher wenn es gelingt, die Gewalt im Cyberspace in der Realität zu bestrafen und so eine dringend notwendige Brücke zwischen virtuellem und realem Raum zu schlagen. So geschehen in Neumünster, wo sich ein 26-Jähriger zur Zeit vor Gericht verantworten muss, weil er drei junge Frauen psychisch terrorisiert haben soll. In zunächst harmlosen Gesprächen in verschiedenen Chat-Rooms lernten sich der Angeklagte und die Klägerinnen kennen. Irgendwann jedoch berichten die drei jungen Frauen, sei der Punkt erreicht gewesen in denen der Angeklagte aus nichtigen Gründen die Beherrschung verloren hätte, sie beschimpft und bedroht hätte. Es sei dabei nicht bei verbalen Beschimpfungen geblieben, der Beschuldigte terrorisierte seine Opfer in der Folge per Telefon, benutzte Passwörter um ihre Profile zu ändern und ihre Telefonnummern zu veröffentlichen. Selbst die Tatsache, dass eine der Klägerinnen die Polizei einschaltete, schien den Angeklagten nicht davon abzuhalten seine Aggressionen weiter an den jungen Frauen auszuleben. Als sich die Polizei am Handy der Klägein meldete verkündete der junge Mann nur, er werde jetzt erst richtig loslegen. Kurioserweise war er der Polizei nicht unbekannt. Für ein ähnliches Verhalten wurde ihm im Mai 2010 eine zehnmonatige Bewährungstrafe aufgetragen, die ihre Wirkung offensichtlich jedoch weitesgehend verfehlt hat.

Der Fall ist ein Paradebeispiel dafür, dass Nutzer von Chat-Rooms extrem vorsichtig sein sollten, ihre persönlichen Daten im Internet preiszugeben. Wer letztendlich auf der anderen Seite des Bildschirms sitzt, kann man nie zu hundert Prozent beurteilen, ein gesundes Misstrauen sollte man sich zumindest auf diesem Feld bewahren.