Stalker von Halle Berry hinter Gittern!

 

© detailblick - Fotolia.com

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Der mutmassliche Stalker von Halle Berry, der im Juli gefasste wurde, muss noch einige Wochen in Untersuchungshaft bleiben. Er hat sich merhmals unerlaubt Zutritt zum Anwesen der Hollywood-Schauspielerin verschafft und muss sich nun deswegen vor Gericht verantworten. Laut Medienberichte reichen die Beweise, die gegen ihn vorliegen, für eine Anklage aus.

Es war bereits das dritte Mal, dass sich Richard Anthony Franco unerlaubt auf Berrys Grundstück aufhielt. Auch zuvor wurde er zwei Mal durch das private Sicherheitsteam der 45-jährigen Schauspielerin erwischt und rausgeworfen.

Bereits in der Vergangenheit wurde die Schauspielerin durch den selben Stalker belästigt und erwirkte deswegen eine 
eine einstweilige Verfügung. Die frühere richterliche Entscheidung verbietet Franco, sich Halle Berry oder ihrer Familie auf weniger als 500 Meter zu nähern. Diese Verfügung hat ihn vor erneuten Einbrüchen jedoch nicht abgehalten.

Die Schauspielerin wurde nach dem neuesten Vorfall verhört und gab zu Protokoll, dass sie sich vor allem um die Sicherheit ihrer 3-jährigen Tochter große Sorgen macht. Das ist auch der Grund, warum sie bewaffnete Sicherheitskräfte engagiert, die rund um die Uhr ihr Grundstück bewachen.

Der mutmaßliche Stalker plädiert auf “nicht schuldig”. Ob ihm das was nützen wird, ist unklar. Denn Stalking wird in den USA hart bestrafft. 

Stalking: Ursache Schizophrenie

Quelle: nicouze/Flickr.com

Quelle: nicouze/Flickr.com

Es gibt viele psychische Krankheiten die für die Betroffenen und vor allem für deren Angehörigen eine sehr starke Belastung sind. Zu diesen Erkrankungen gehört auch die Shizophrenie, die die gesamte Persönlichkeit eines Menschen beeinflusst und sogar zu Halluzinationen und Wahnvorstellungen führt. Ein gestörtes Verhältnis zur Realität ist vorprogrammiert. 

Das sind allerdings nur einige der Symptome die auftreten können, wenn man shizophren ist. So kann zum Beispiel das Denken der betroffenen Person beeinflusst sein. Dabei kommt es auch dazu, dass der Gedankenfluss manchmal einfach so und plötzlich abbricht. Und auch in der Gefühlswelt kommt es vermehrt dazu, dass die Gefühle abflachen und man zunehmend apathisch wirkt. In einem solchen Fall wirken Betroffene abwesend und gefühlsarm, können Situationen nicht richtig deuten. Die Psyche wirkt sich bei einem erweiterten Krankheitsbild auch auf die Bewegungen aus. So kann es auch dazu kommen, dass sich die Kranken teilweise nicht bewegen können oder aber, dass sie völlig erstarren. 

Doch auch in jenem Krankheitsbild gibt es Unterschiede. So gibt es einen Unterschied in der Form der Shizophrenie. Denn Psychiater beziehen sich in der Definierung des Krankheitsbildes auf die am meisten vorkommenden Symptome der Krankheit. Herrschen beispielsweise am meisten Wahnvorstellungen und Halluziantionen vor, ist das ein Beweis für eine paranoid-halluzinatorischen Schizophrenie. 

Wieso es zu einer Shizophrenie kommt, konnte bis heute nicht richtig erforscht werden. Allerdings geht man in der Forschung davon aus, dass eine solche psychische Erkrankung genetische, familiäre, biologische Gründe hat. Allerdings spielt auch die die Lebensgeschicht und Persönlichkeit des Erkrankten eine starke Rolle. Therapiert wird der Betroffene mittels Psychopharmaka, also mit Medikamenten. Des Weiteren wird in den meisten Fälllen unterstützend eine Psychotherapie angeordnet. Sie kann den Betroffenen darin helfen, mit ihrer Krankheit umzugehen und sie darin zu unterstützen, den Alltag zu bewältigen. 

Promi-Stalker greifen häufig auf Gewalt zurück

Stalking, Foto: darty28_flickr

Stalking, Foto: darty28_flickr

Stalking ist das krankhafte und inzwischen auch strafrechtliche verfolgbare Nachstellen und Verfolgen von Personen mit Briefen,Telefonaten, E-Mails und über andere Kanäle.

Besonders häufig sind Prominente davon betroffen, denn sie stehen im Licht der Öffentlichkeit und schnell kann die Bewunderung dieser von Seiten der Täter auch in blinden Hass mit tätlichen Übergriffen umschlagen.

Laut Aussagen des forensischen Psychiaters der Monash-University in Melbourne (Australien) Paul Mullen sind diese VIP-Stalker meist seelisch gestört. Sie leiden oftmals unter Psychosen,welche auch mit schweren psychischen Störungen und dem Verlust des Realitätssinnes einhergehen.

In Studien konnte nachgewiesen werden, dass die Promi-Stalker etwa zu 80 Prozent an einer psychischen Krankheit,wie etwa Schizophrenie,Halluzinationen oder Wahrnehmungsstörungen leiden. Diese Gruppe von Stalker wird mit dem Begriff “intimacy seekers”  (“Intimitätshungrige”) zusammengefasst. Dabei versuchen die Täter krampfhaft eine Beziehung zu ihren Opfern aufzubauen. Dabei leiden sie häufig unter einer Psychose mit der wahnhaften Zuneigung zu einer unerreichbaren Person. Sie glauben, dass auch ihr Opfer sie liebe.

Hilfe für Stalker ist auch deshalb sehr wichtig, weil damit Gewalt und Attentate vermieden werden können. Denn ungefähr die Hälfte der Anschläge auf Prominente ist auf Stalker zurückzuführen.

Seit März 2007 gibt es ein Anti-Stalking-Gesetz, womit die Verfolger auch rechtlich belangt werden können. Dabei kann es in schweren Fällen sogar zu einer Freiheitsstrafe von bis zu 10 Jahren kommen, wenn der Täter durch die Tat den Tod des Opfers, eines angehörigen oder dem Opfer nahestehenden Person verursacht hat.

Stalking-Prozess von Osnabrück

Verfolgt, Foto: h.koppdelaney_flickr

Verfolgt, Foto: h.koppdelaney_flickr

In Osnabrück findet derzeit eine Verhandlung gegen einen Stalker statt. Dieser stellte lange Zeit einer Frau nach und ließ ihr in ihrer Privatsphäre kaum noch Luft zum atmen.

Es fing eigentlich alles ganz harmlos an, entwickelte sich jedoch recht schnell zu einer bedrohlich wirkenden Sucht des Stalkers an seinem Opfer. Angefangen hatte alles in einem Schwimmbad. Dort stellte der mutmaßliche Täter der Frau immer wieder Trinkflaschen mit kleinen Klebezettelchen an den Beckenrand, um ihr Nachrichten zukommen zulassen. Später sei er ihr dann bis zum Umkleidebereich vor die Damendusche gefolgt, woraufhin sie ihm “Verpiss dich!” an den Kopf warf, damit sie ihre Ruhe haben konnte. Jedoch ließ er natürlich nicht von ihr ab. So bekam sie wenig später ein Paket von dem Mann zugeschickt, welches ihr sehr zu schaffen machte. So schickte er ihr ein Fernrohr, eine Schwimmbrille, eine nackte Skulptur und auch noch Funktionsunterwäsche. Das war das erste Mal, dass die Frau sich wirklich Sorgen machte und zusammenbrach.

Jedoch ging das Stalking über mehrere Monate hinweg weiter, sodass sich einige Menschen fragen, warum sie sich nicht schon früher an die Polizei gewandt hat. Der Grund dafür liegt einer psychologisch fundierten “just-world hypothesis“. Diese geht von der Gerechtigkeit der Welt aus und denkt, dass sich alles von allein wieder richten wird. So dachte das Opfer selbst damals, dass der Mann mit einem Mal Interesse an ihr gewonnen habe und genauso schnell auch das Interesse wieder verlieren würde. Dies war jedoch nicht der Fall. Er folgte  der Frau sogar zu ihren Eltern bis nach Wuppertal.

Eine Ärztin die bei dem Fall auch als Zeugin aussagen wird, sagt dass dieser Prozess unmittelbar notwendig wäre, da die psychische Belastung durch den Stalker für die Frau sonst im Suizid hätte enden können.

Der Liebeswahn

Im Wahn, Quelle: or(a)rido./Flickr.com

Im Wahn, Quelle: or(a)rido./Flickr.com

In den Medien tauchte vor einigen Jahren ein Begriff auf, den man so vorher noch nicht kannte: Stalking. Bisher hatte man diese Form des Verbrechens nur als Belästigung gekannt. Dabei ist Stalking weitaus mehr. Es setzt eine psychische Störung beim Täter voraus. Mit Stalking beschreibt man allgemein das Verhalten von Menschen, die einen anderen Menschen in vielerlei Hinsicht belästigen. Dies kann durch Anrufe, persönliche Besuche, Briefe oder SMS erfolgen. Dabei ist das Muster der Interventionen von Fall zu Fall unterschiedlich. Es gibt für Stalking nicht die eine Ursache. Vielfältige Gründe können dieses abnorme Verhalten auslösen. Am häufigsten ist jedoch die Form des Stalkings, bei der jemand aus „Liebe“. Gründe dafür können eine nicht erwiderte Emotion sein oder der Wunsch, eine zerbrochene Partnerschaft oder Ehe wieder zu kitten. Aber auch Groll oder Ärger gegenüber einem Menschen kann das Stalking auslösen. In manchen Fällen stalken Menschen, weil sie darin ihren Lebenssinn sehen. Dies ist jedoch die seltenste und psychisch am meisten gestörteste Form. Erstaunlich ist, dass die Täter zu 80 Prozent männlich sind. In den häufigsten Fällen handelt es sich dabei um Ex-Partner. Stalking ist von Dauer. Oftmals wird der Begriff Stalking schon bei einer belästigenden Aktion verwendet, dies ist jedoch völlig falsch. Wer stalkt, tut dies regelmäßig, meist mehrmals am Tag. Die Belästigungen können sich über Monate oder Jahre hinziehen. Wer von einem Stalker bedrängt wird, der sollte nach einer gewissen Zeit die Polizei einschalten. Jegliches Beweismaterial sollte gesichert werden, um etwas gegen den Stalker „in der Hand zu haben“. Sollte dieser gewalttätige Drohungen aussprechen, so muss man sofort handeln. Denn es ist stets zu bedenken, dass Stalker sich die Welt „auf ihre Weise“ erklären, also unzurechnungsfähig sind.

Fakten und Tipps zum Thema Stalking

Die Fakten

Stalking ist seit einigen Jahren in Deutschland eine Straftat. Oftmals steckt hinter einem Stalker ein Freund,Kollege,Nachbar oder Ex-Partner. Manchmal jedoch auch ein völlig Unbekannter.

Meistens wurde der Täter zuvor vom Opfer verlassen oder zurückgewiesen. Durch das Stalken will er oder sie nun Aufmerksamkeit erregen und das Opfer zu einer Beziehung drängen. Wird dieses Verhalten vom Opfer abgelehnt, kann die “Liebe” schnell in Psychoterror und Hass umschlagen.

Der Täter terrorisiert das Opfer Tag und Nacht mit Anrufen,SMS,Briefen,Geschenken und indem es ihm oder ihr auflauert und verfolgt.

Das Ziel des Stalkers ist die Kontrolle und Macht über das Opfer zu erlangen. Es besteht immer auch eine Gefahr von sexuellen oder physischen Angriffen.

Laut einer Studie werden etwa zwölf Prozent aller Deutschen im Laufe ihres Lebens mindestens einmal gestalkt. Über 80 Prozent sind Frauen.

Wie sie am besten damit umgehen, wenn sie betroffen sind steht hier:

Tipps für Stalkingopfer

  • Seien sie konsequent! Machen sie dem Stalker klar,dass er keine Chance bei ihnen hat
  • Dokumentieren sie alles,was der Stalker ihnen antut in einem Kalender und sammeln sie Beweismittel, damit sie in einem möglichen Prozess Fakten vorzuweisen haben
  • Erzählen sie so vielen Leuten wie möglich in ihrem Umfeld von dem Stalking und teilen sie auch ihre Sorgen und Ängste mit vertrauten Personen
  • Erstatten sie Anzeige bei der Polizei
  • Erwirken sie bei ihrem Amtsgericht eine “Einstweilige Verfügung/Schutzanordnung”, damit sich der Stalker ihnen offiziell nicht mehr nähern darf

Stalker und ihr labiles Selbstwertgefühl

Stalker, Foto von Zadi Diaz/flickr.com

Stalker, Foto von Zadi Diaz/flickr.com

Wer Opfer eines Stalkers ist, erfährt den Druck psychischen Dauerstresses und oft traumatische Spuren, die das Nachstellen und Belästigen hinterlassen.

In Deutschland wurden im vergangenen Jahr fast 30 000 Fälle von Stalking zur Anzeige gebracht, wobei die Dunkelziffer noch deutlich höher liegt. Ingrid Pfeifer ist nur eine von vielen, die einem solchen Fall zum Opfer wird, als sie über eine Partnerbörse im Internet einen scheinbar vielversprechenden Kandidaten kennenlernt. Nach anfänglichen Eifersuchtsszenen und SMS-Terror, will die Angestellte die Beziehung beenden. Das macht den 42-jährigen rasend vor Wut, woraufhin er sie mit Beleidigungen, Briefen und Anrufen bombadiert und ihr zuletzt bei einem Tierarzttermin auflauerte, über den er sich informierte, indem er sich als ihr Ehemann ausgab. Aus Angst heuchelt Ingrid Pfeifer ihm zunächst Liebe vor und muss sich bei einem weiteren Versuch, den Kontakt abzubrechen an die Polizei wenden, als der Bekannte ihr erneut drohte, sie in ihrer Wohnung aufzusuchen. Nachdem sie panisch aus ihrer Wohnung geflüchtet war, erfuhr sie wenig später, dass der “vielversprechende” Internetkontakt in Uhaft sitzt.

Fast 90 Prozent der Täter sind Männer, die ihren Opfern auflauern. Viele von ihnen wurden zuvor bereits einmal verlassen oder enttäuscht und verbuchen ihren Terror als Liebesbeweise. Es geht um Macht und Kontrolle über das Opfer aufgrund von Verlustängsten. Fast 20 Prozent der Täter wenden auch Gewalt an. Stalker haben kein eindeutiges Persönlichkeitsbild, weshalb sie anfangs als verständnisvoll und fürsorglich eingestuft werden können. Solche Menschen besitzen meist kein Selbstwertgefühl und wiederholen ihre Taten, stehen sich sogar teilweise ihre Anhänglichkeit ein. Auch Ingrid Pfeifer war gerührt von der Ehrlichkeit ihres Bekannten, als sie ihn auf seine Eifersuchtsszenen mit Unterstellungen und Beleidigungen anspricht.

Zurückweisung ist für diese Täter inakzeptabel. Sie sehen sich selbst in der Rolle des Opfers als Gedemütigten, was ihnen ihr verzerrtes Realitätsbild suggeriert.

Opfer von Stalking sollten in jedem Fall ihr Umfeld informieren und sich an die Polizei wenden.

Fall vor Gericht: 51-jährigem droht Psychatrie

Justizia: Das Recht hat entschieden, Quelle: hofmannmicha/Flickr.com

Justizia: Das Recht hat entschieden, Quelle: hofmannmicha/Flickr.com

Vor vor einigen Jahren war Stalking noch ein Randthema in den Medien und auch in den Gerichtssälen, doch mittlerweile hat man das Problem erkannt, das bei weitem keine Seltenheit ist.

Nun musste sich wieder einmal ein Stalker vor dem Amtsgericht Bitburg verantworten. Der 51 Jährige hatte eine 36 jährige Kassiererin verfolgt und gestalkt. Der Fall wurde jedoch an das Landgericht weitergeleitet, das nun prüfen soll, ob der Mann überhaupt zurechnungsfähig ist und ob er in eine Klinik eher unterzubringen ist, als in ein Gefängnis.

Der 51 jährige Landwirt hatte sich auf den ersten Blick in die Kassiererin verliebt und ging selbstverständlich von einer Gegenseitigkeit aus. Da sie ihn angelächelt hatte, hegte er keine Zweifel an ihren Gefühlen ihm gegenüber. Doch die Kassiererin schaute nur freundlich zu ihm rüber, weil er ihr nächster Kunde gewesen ist und das von ihr als Angestellte verlangt wird. Der Mann stellte ihr nach und legte Blumen vor ihre Wohnung. Als der Filialleiter von dies mitbekam, erteilte er dem 51 Jährigen Hausverbot in dem Supermarkt an der Südeifel. Doch der Stalker hörte mit seinen Briefen und Zuwendungen der 36 Jährigen gegenüber nicht auf. Er schrieb ihr Sätze wie ‘Du hast das Zeug, meine First Lady zu sein’ oder ‘Du bist mein Ein und Alles.

Das Opfer der ungebetenen Zuwendungen versuchte es zuerst mit einem klärenden Gespräch, als dies nicht wirkte, forderte sie von dem Stalker, er solle sie in Ruhe lassen. Doch als das auch seine Wirkung verfehlte, veranlasste sie beim Gericht einen Kontaktverbot. Auch daran hielt sich der 51 jährige Stalker nicht. Der Kassiererin ging es zunehmend schlecht, so dass sie schlussendlich Antidepressiva nehmen musste, um ihre Angstzustände im Rahmen zu halten. Freunde und Familie rät ihr zum Umzug. Nach kurzer Zeit findet sie der Stalker wieder und nimmt erneut den Kontakt zu ihr auf, noch immer im Glauben, die Frau würde seine Gefühle erwidern.

Der Fall landet endgültig vor Gericht. Von der psychiatrischen Gutachterin erhält der 51 jährige Landwirt eine Bescheinigung zur psychiatrischen Störung. Er ist ein Wiederholungstäter, der die Realität nicht erkennt. Das Amtsgericht sieht die Dringlichkeit ein und schickt nun den Fall an das Landgericht weiter.

Die Geschichte eines Stalkingopfers

Stalking, Foto: sikkboy_flickr

Allein in Sachsen- Anhalt wurden im Jahr 2010 über 1000 Fälle von Stalking gemeldet. Das ständige hinterher telefonieren, verleumden und schikanieren wird schon lange nicht mehr als ein Kavaliersdelikt verschmähter Verliebter angesehen. Stalking ist kriminell und gefährlich, wie auch die Geschichte der Melanie G. Zeigt. Sie hat nach langen Qualen Zuflucht in einem Frauenhaus gefunden und versucht nun ein neues anzufangen. Sie befindet sich heute 700 Kilometer von ihrem Peiniger entfernt und trotzdem wird sie sich wohl niemals 100 prozentig sicher fühlen.

Die zweifache Mutter wurde von ihrem Mann mehrere Jahre gestalkt und bedroht. Sie hat die Hölle auf Erden durchgemacht. Am Ende hatte sie ihren Glauben in eine Zukunft verloren und meint, dass wenn das Frauenhaus und die Polizei ihr nicht so tatkräftig geholfen hätten, sie hätte sich nicht selbst retten können. Heute weiß Melanie G., dass man nicht aufgeben darf und man sich Unterstützung holen muss. Seit einiger Zeit setzt sie sich persönlich für andere Opfer ein, indem sie sich ehrenamtlich mithilft. Sie erzählt den Frauen ihre Geschichte und wie das Frauenhaus ihr geholfen hat. Sie versucht für die Fraune da zu sein, genauso wie die Sozialarbeitinnen damals für sie da gewesen sind.

In Frauenhäusern finden Frauen und ihre Kinder Schutz vor ihren Peinigern. Sie helfen ihnen ihr Leben neu zu ordnen und kümmern sich gemeinsam mit den Frauen um ihre Kinder. Frauen, denen viel Leid angetan wurde, benötigen auch seelischen Beistand. In Frauenhäusern erhalten die Frauen jede Hilfe, die sie brauchen. Ihre Aufnahme und der Aufenthalt wird nicht weitergereicht. Zivile Personen erhalten keine Informationen über die Frauen und ihre Kinder. Sie helfen ihnen beim Aufbau eines neuen Lebens fernab der Täter. Dies steht an erster Stelle.

Cyberstalking im Visier der Wissenschaften

Cyber Stalking, Quelle: James Chong/Flickr.com

Cyber Stalking, Quelle: James Chong/Flickr.com

Der Wissenschaftler Wolfgang Thau von der Universität Darmstadt untersucht mit einem Projekt die Thematik des Cyberstalking. Dazu wurde von Thau die Internetseite „Stoppt die Mobber“ ins Leben gerufen, auf der zum Thema sämtliche Informationen zur Verfügung gestellt werden. Das Prinzip hat Erfolg: Schon jetzt besuchen mehr als 30.000 Besucher die Seite wöchentlich.

Durch die immer stärker werdende Bedeutung des Internets, haben es Stalker oft viel leichter als in der realen Welt, weil sie dort hinter einer Maske, wie Facebook, versteckt bleiben: „Sie können ihre wahre Identität im Internet sehr einfach verschleiern und anonym bleiben“, erläutert Thau die Problematik der kontinuierlichen Entwicklung des Internets. Dem möchte Thau entgegen wirken und stellt mit verschiedenen Forscher verschiedene Informationen zur Verfügung, damit die Menschen aufgeklärt sind.

Oft kennen sich Opfer und Stalker persönlich und hatten schon einen persönlichen Bezug zueinander gehabt. Nicht selten findet sich der ein oder andere Ex-Freund, der die Trennung nicht verarbeitet hat, der neidische Arbeitskollege, der eben nicht befördert wurde oder eben einfache Freunde unter den Tätern wieder. Auch hier erfüllt ein Geschlecht, wie fast immer, das typische Klischee: die männlichen Wesen. Während die Frau eher nach der Prominenz die Computermaus auswirft, so kann der Mann quantitativ mehr Personen belästigen. „Zu den häufigsten Motiven gehören Macht und Kontrolle, Rache oder das Bestreben eine meist sexuelle Beziehung eingehen zu wollen“, beschreibt Thau die Gründe des Stalken. Verstärkt wird das Stalken durch das Internet, weil so mancher dann 24 Stunden erreichbar, aber damit auch deutlich mehr angreifbar ist.

Das Internet ist dementsprechend das Mittel des Cyberstalkers, so wie bei einem Geiger die Geige. Durch die digitale Onlinewelt kann der Stalker immer präsent sein, braucht keine körperliche oder räumliche Distanz sondern eine normale Internetverbindung oder ein funktionierendes Mobiltelefon . Sicherlich kann man es sich einfach machen und „offline“ gehen, damit einem ein solches Szenario erspart bleibt, jedoch meint Thau: „Doch wenngleich es durchaus das Ziel eines Cyberstalker ist anonym zu bleiben, ist ihm ja bewusst, dass er Unrechtes tut.“ Eine ganz neue Form des „Psychoterrors“ also hat sich durch das Internet entwickelt.